Leistungen Med. Klinik III: Fachabteilung für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie

Nierenerkrankungen
In den vergangenen Jahren hat die Häufigkeit des akuten und des chronischen Nierenversagens deutlich zugenommen. Leider verlaufen die meisten Nierenerkrankungen über sehr weite Strecken ohne charakteristische Symptome. Es gibt viele Ursachen, die zu Nierenschäden führen. Der Diabetes mellitus ist zur wichtigsten Ursache für das Auftreten einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz geworden. Die Zahl der Patienten steigt kontinuierlich. Bei rechtzeitiger Diagnostik und konsequenter Therapie kann bei den meisten Patienten die Dialyse hinausgezögert oder sehr häufig sogar erspart werden. Hierin liegt - trotz der sehr negativen Entwicklung - eine sehr große Chance, präventiv tätig zu werden, um die Zahl der Dialysepatienten so gering wie möglich zu halten. Eines unserer Ziele wird es sein, diesen Gedanken zusammen mit allen niedergelassenen Kollegen unseres Umfeldes so weit wie möglich zu verwirklichen. Aufgrund der häufig nur sehr diskreten klinischen Symptomatik kann dies nur im Rahmen einer regelmäßigen ärztlichen Vorsorge geschehen.

Verschiedene Verfahren der so genannten "Nierenersatztherapie" wie Dialyse und Nieren-transplantation retten die betroffenen Patienten vor dem Tode. In der Regel führen die schweren chronischen Nierenerkrankungen und insbesondere die terminale, dialysepflichtige Nierenin-suffizienz zu schwerwiegenden Veränderungen an anderen Organen. Durch gezielte therapeu-tische Maßnahmen läßt sich eine Vielzahl dieser Veränderungen wirksam behandeln oder sogar präventiv vorbeugen.

Hochdruck
Von Bluthochdruck sind sehr viele Patienten betroffen. Bei älteren Patienten ist sogar bei jedem zweiten ein Bluthochdruck feststellbar. Die so genannte arterielle Hypertonie ist ein wesentlicher Risikofaktor für Gefäßerkrankungen und damit verantwortlich für Schlaganfall, Herzinfarkt und Einschränkungen der Nierenfunktion. Andererseits kann das Hochdruckleiden auch durch Nierenerkrankungen bedingt sein. Durch einfache diagnostische Maßnahmen, wie regelmäßige Blutdruckkontrollen, können dieses Krankheitsbild rasch diagnostiziert werden. Heute stehen neben Allgemeinmaßnahmen sehr gute Medikamente für die Behandlung der arteriellen Hypertonie zur Verfügung. Dennoch ist nur ein geringer Teil der betroffenen Patienten adäquat behandelt, obwohl seit vielen Jahren bekannt ist, dass die zu erwartende Lebenszeit von Personen mit arterieller Hypertonie im Vergleich zu Patienten mit normalem Blutdruck deutlich reduziert ist.

Nierentransplantationen
Seit vielen Jahren werden Dialysepatienten in enger Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik in Nijmegen/Niederlande transplantiert.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Transplantationswarteliste zur Nierentransplantation ist der Eintritt der Dialysepflichtigkeit. Diese Warteliste wird zentral von Eurotransplant in Leiden/Holland geführt, und die zur Verfügung stehenden Spenderorgane werden nach klar definierten Verteilungsregeln den jeweiligen Transplantationszentren zugeteilt. Alle Untersuchungen, die zur Aufnahme auf die Warteliste notwendig sind, können in unserer Klinik je nach Notwendigkeit stationär durchgeführt oder ambulant veranlaßt werden. Eine generelle Begrenzung durch das Alter der Patienten ist nicht gegeben. Dies bedeutet, daß auch ältere Patienten, die medizinisch in ausreichend guter Verfassung sind, von uns zur Aufnahme auf die Warteliste akzeptiert werden können.
Auf der gesetzlichen Basis unseres Transplantationsgesetzes werden zusätzlich zur Transplan-tation von Nieren verstorbener Spender, auch mit sehr großem Erfolg Transplantationen verwandter Lebendspender, von uns befürwortet. Voraussetzung dazu ist, daß auch der Spender in einer sehr guten medizinischen Verfassung ist. Die Organisation zur Vorbereitung des Spenders kann durch uns koordiniert werden. Wir sind bei der Auswahl des Transplantationszentrums bzw. bei der Anmeldung in dem jeweiligen Transplantationszentrum behilflich.
Die medikamentöse Behandlung zur Vermeidung von Abstoßungen (Immunsuppression) wird mit erprobten modernen Medikamenten durchgeführt. Die Behandlung wird individuell gestaltet und auf die einzelne Person gezielt abgestimmt, so dass alle zurzeit verfügbaren Medikamente eingesetzt werden können.

Nierenpunktion
Zur gezielten Therapie von Nierenerkrankungen ist die Nierenpunktion das wichtigste Mittel. Für die Punktion sind eine Reihe von vorbereitenden Untersuchungen notwendig, die ambulant nach Rücksprache mit uns durchgeführt werden können. Zur Punktion ist eine zwei- bis dreitägige stationäre Aufnahme notwendig, um im Anschluß eine ausreichende Überwachung des Patienten zu gewährleisten. Nach lokaler Betäubung des umgebenden Gewebes wird die Punktion unter Sichtkontrolle mittels Ultraschall gezielt durchgeführt. Unter diesen Bedingungen kommt es heute nur noch sehr selten zu Komplikationen im Rahmen dieser Untersuchung. Eine Punktion sollte immer dann durchgeführt werden, wenn der Patient mehr als 1 g Eiweiß pro Tag im Urin ausscheidet, die Nierenfunktion eingeschränkt ist sowie bei unklarem akuten Nierenversagen. Gerne kann die Indikation im Vorfeld durch telefonische Rücksprache mit uns abgeklärt werden.
Die Beurteilung der Nierenbiopsie geschieht durch das pathologische Institut der Universitätsklinik Hamburg (Prof. Dr. Helmchen).

- Sonographie
- Ultraschall der Bauchorgane
- Ultraschall der Gefäße
- Nierenpunktion

Ultraschall der Nieren
Die Sonographie der Nieren ist eine der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Nephrologie. Verschiedene Krankheiten können bereits mit der einfach durchzuführenden Sonographie diagnostiziert werden. Punktionen (> Link) werden durch Ultraschall gesteuert. Auch die ableitenden Harnwege, die Harnleiter, Harnblase und die Prostata (Vorsteherdrüse) können beurteilt werden.

Doppler-Ultraschall
Mit der sog. Doppler- Methode können im Ultraschall Blutflüsse dargestellt werden. Dies ist in der Nephrologie, insbesondere zum Nachweis von Verengungen der Nierenarterien, wichtig. Diese Erkrankung kann zu Nierenschäden und schwer behandelbarem Hochdruck führen.

Die Sonographie ist hier eine wenig belastende und genaue Untersuchungsmethode, benötigt allerdings erfahrene Untersucher. Der Patient sollte dabei möglichst nüchtern sein.

Weitere diagnostische Möglichkeiten:
- Lungenfunktionsdiagnostik
- Blutdrucklangzeitmessung
- EKG

Diabetologie
Die Diabetologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin und ein Schwerpunkt der Medizinischen Klinik III. Weitere Informationen finden Sie hier.

Veröffentlichungen

Verlässliche Werte beim Blutdruckmessen

Oberarm? Handgelenk? - die Unterschiede

Blutdruckmessgeräte Stiftung Warentest: Interview zu Blutdruckmessgeräten

 

 
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