Spezialisierte Vorsorge im Kreis Kleve
Neue Dysplasiesprechstunde am St.-Antonius-Hospital in Kleve

(12.02.2026) Die Frauenklinik des St.-Antonius-Hospitals Kleve bietet ab sofort eine neue Dysplasiesprechstunde an. Die Sprechstunde zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs dient vor allem der Abklärung unklarer Befunde am Gebärmutterhals und am äußeren Genitale.

Sandra Eerden betreut die Dysplasiesprechstunde des St.-Antonius-Hospitals.

Ein auffälliger Befund bei der gynäkologischen Krebsvorsorge löst bei vielen Frauen zunächst große Verunsicherung aus. Wenn nach der Routineuntersuchung ein veränderter Abstrich oder der Nachweis von Humanen Papillomaviren (HPV) im Raum steht, beginnt für die Betroffenen oft eine Zeit der Ungewissheit. Viele Patientinnen fragen sich in diesem Moment, ob bereits eine schwere Erkrankung vorliegt oder welche weiteren Schritte nun notwendig sind, um ihre Gesundheit zu schützen. Oft herrscht Unklarheit darüber, dass ein solcher Befund keine Krebsdiagnose ist, sondern ein wertvoller früher Warnhinweis des Körpers, der nun eine präzise medizinische Abklärung erfordert. Um diese Versorgungslücke im Kreis Kleve zu schließen, bietet die Frauenklinik am St.-Antonius-Hospital eine hochspezialisierte Dysplasiesprechstunde an. Sandra Eerden, Oberärztin und Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, betreut die betroffenen Patientinnen in dieser Sprechstunde und sorgt für eine exakte diagnostische Einordnung direkt vor Ort.

Das medizinische Problem besteht darin, dass Gebärmutterhalskrebs schleichend entsteht und sich über Jahre hinweg aus sogenannten Dysplasien entwickelt. Dabei handelt es sich um Zellveränderungen am Gebärmutterhals, der Scheide oder der Vulva, die zwar noch nicht bösartig sind, aber als Vorstufen einer Krebserkrankung gelten. Da diese Veränderungen in der Regel keinerlei Schmerzen oder spürbare Beschwerden verursachen, bleiben sie von den Betroffenen meist völlig unbemerkt. Zellveränderungen verursachen keine Symptome und werden daher von der Patientin meist nicht selbst bemerkt, so Sandra Eerden. Hauptursache für diese Entwicklungen sind HPV-Viren, von denen über 200 Typen existieren. Bisher mussten Frauen aus der Region für die notwendige Spezialdiagnostik oft weite Wege in entfernte Zentren auf sich nehmen, was die ohnehin belastende Situation zusätzlich erschwerte.

Die Lösung bietet die Kolposkopie, welche das Herzstück der neuen Sprechstunde in der Frauenklinik bildet. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung mit einem speziellen Standmikroskop, das eine bis zu 40-fache Vergrößerung ermöglicht und so selbst kleinste Auffälligkeiten sichtbar macht. Um krankhaft verändertes Gewebe sicher von gesundem zu unterscheiden, setzt Sandra Eerden verdünnte Essigsäure oder eine Jod-Lösung ein. Diese Flüssigkeiten bewirken eine kurzzeitige Verfärbung der betroffenen Stellen, was der Ärztin als präzise Orientierung dient. Besteht ein begründeter Verdacht, wird eine millimetergroße und meist schmerzfreie Gewebeprobe entnommen. Erst die anschließende feingewebliche Analyse im Labor liefert die endgültige Sicherheit für die weitere Planung.

Dabei muss nicht jede Veränderung sofort operiert werden, denn die Behandlung richtet sich strikt nach dem Schweregrad der Zellveränderung, den sogenannten CIN-Stufen. Bei leichten Veränderungen (CIN 1) reicht oft eine engmaschige Beobachtung aus, da das Immunsystem diese Defekte häufig selbst heilt und sie sich von allein zurückbilden. Erst bei höhergradigen Veränderungen (CIN 2 und 3) ist in der Regel ein kleiner operativer Eingriff notwendig, um das betroffene Areal sicher zu entfernen und so den Ausbruch einer Krebserkrankung bereits im Keim zu ersticken. Werden die Zellveränderungen früh erkannt, kann die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs effektiv verhindert werden.

Sandra Eerden, die seit 2020 als Fachärztin und seit 2022 als Oberärztin in der Frauenheilkunde tätig ist, verbindet medizinische Expertise mit einem persönlichen Beratungsansatz. Ihr Ziel ist es, ein wohnortnahes Angebot zu schaffen, bei dem die Aufklärung im Vordergrund steht und genügend Zeit bleibt, Befunde in Ruhe zu besprechen. Mein Anspruch ist es, mir für jede Patientin die nötige Zeit zu nehmen, um die Befunde verständlich zu erklären, damit am Ende keine Frau mit offenen Fragen oder unbegründeten Ängsten nach Hause gehen muss, betont die Oberärztin. Interessierte Frauen können Termine über die gynäkologische Ambulanz des St.-Antonius-Hospitals oder online über das Portal Doctolib vereinbaren. Für die Untersuchung sind eine Überweisung durch die niedergelassene Gynäkologin bzw. durch den niedergelassenen Gynäkologen sowie die Vorlage der bisherigen Abstrichbefunde erforderlich.


Die Dysplasiesprechstunde des St.-Antonius-Hospitals Kleve findet freitags statt, die Anmeldung erfolgt über die gyn. Ambulanz der Frauenklinik: 02821 490-7361.