Sternenkinder - Fragen und Antworten zur gesetzlichen Regelung


Die Neuregelung in § 31 der Personenstandsverordnung gibt Eltern von sogenannten "Sternenkindern" -also Kindern, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm tot geboren wurden - erstmals die Möglichkeit, die Geburt beim Standesamt dauerhaft dokumentieren zu lassen und ihrem Kind damit offiziell eine Existenz zu geben.

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Informationen zu den häufig gestellten Fragen zusammengestellt.

 

Frage:

Welche Angaben enthält die Bescheinigung zur Anzeige eines tot geborenen Kindes mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm?

Antwort:

In die Bescheinigung können Angaben zum Kind, d.h. der vorgesehene Vor- und Familienname, Geschlecht, Geburtstag und Geburtsort aufgenommen werden.

Auch Angaben zu Mutter und Vater, wie Vor- und Familienname, ggf. Geburtsname sowie Religion können in der Bescheinigung enthalten sein.

 

Frage:

Handelt es sich bei dieser Bescheinigung gleichzeitig um eine personenstandsrechtliche Registrierung? Besteht eine Pflicht zur Anzeige?

Antwort:

Eine Registrierung im Personenstandsregister erfolgt nicht. Es besteht keine Pflicht zur Anzeige beim Standesamt, die Entscheidung bleibt vielmehr den Eltern überlassen.

 

Frage:

Was ist, wenn das Geschlecht noch nicht feststand? Kann man diese Angabe offenlassen? Darf man dann trotzdem einen männlichen/weiblichen Namen eintragen lassen?

Antwort:

Sofern das Geschlecht noch nicht feststand, bleibt die Angabe hierzu in der Bescheinigung offen. Die Angabe eines Vornamens ist auch in diesem Fall möglich.

 

Frage:

Ist die Erteilung der Bescheinigung von der Dauer der Schwangerschaft oder von einem Mindestgewicht des tot geborenen Kindes abhängig?

Antwort:

Die Erteilung der Bescheinigung ist nicht von einer bestimmten Dauer der Schwangerschaft oder von einem Mindestgewicht des tot geborenen Kindes abhängig.

 

Frage:

An wen muss ich mich wenden, wenn ich mir eine Bescheinigung ausstellen lassen möchte?

Antwort:

Die Anzeige erfolgt gegenüber dem Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich die Fehlgeburt stattfand. Auf den Wohnort der Eltern kommt es nicht an.

 

Frage:

Welche Unterlagen muss ich dem Standesamt vorlegen?

Antwort:

Im Rahmen der Neuregelung des § 31 der Personenstandsverordnung wurde bewusst auf die umfangreichen Nachweispflichten bei Anzeige der Geburt (des § 33 Personenstandsverordnung, wie beispielsweise die Vorlage der Geburtsurkunden der Eltern) verzichtet.
Es müssen somit lediglich ein Ausweisdokument, das die Identität nachweist und die Tatsache, dass eine Fehlgeburt stattgefunden hat, vorgelegt werden. Als Nachweis können dienen:

- der Reisepass oder der Personalausweis sowie

- eine von einer Ärztin, einem Arzt, einer Hebamme oder einem Entbindungspfleger ausgestellte Bescheinigung, aus der die Tatsache der Fehlgeburt hervorgeht oder

- ein Mutterpass, wenn daraus die Tatsache der Fehlgeburt hervorgeht.

 

Frage:

Die "Geburt" liegt bereits 10 Jahre oder länger zurück. Kann ich mir dennoch eine Bescheinigung ausstellen lassen?

Antwort:

Ja, die Neuregelung gilt auch für Eltern, deren "Sternenkind" bereits vor dem Inkrafttreten dieser Regelung nicht lebend zur Welt gekommen ist. Es war ein wichtiges Anliegen, auch die Eltern mit in den Blick zu nehmen, die einen solchen Schicksalsschlag bereits erleben mussten.

 

Frage:

Entstehen für das Ausstellen einer Bescheinigung Kosten? Wenn ja, in welcher Höhe?

Antwort:

Gebühren und Auslagen für Amtshandlungen des Standesbeamten bzw. der Standesbeamtin nach dem Personenstandsgesetz werden nach Maßgabe von Landesrecht erhoben. Es ist derzeit noch nicht bekannt, ob und in welchem Umfang die Länder Gebühren erheben werden.

 

Frage:

Habe ich mit dieser Bescheinigung Anspruch auf eine Bestattung meines Kindes?

Antwort:

Das Bestattungsrecht ist Ländersache. In jedem Bundesland ist aber auch die Bestattung eines tot geborenen Kindes mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm möglich.

Welche Dokumente zur Bestattung vorgelegt werden müssen, ist im Bestattungsrecht des jeweiligen Bundeslandes geregelt.

 

 

 

 

 
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