Karl-Leisner-Klinikum erstmals als Cardiac Arrest Center zertifiziert
Zertifizierung für besondere Qualität in der Notfallmedizin

Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum ist erstmals als sogenanntes Cardiac Arrest Center zertifiziert worden. Dabei handelt es sich um ein spezialisiertes Zentrum für die Behandlung von Patientinnen und Patienten nach einem Herz Kreislauf Stillstand. Die Zertifizierung erfolgt durch ein gemeinsames Gremium der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und des German Resuscitation Council.

Mit dieser Auszeichnung wird dem Klinikum eine besonders hohe Qualität in Struktur, Abläufen und medizinischer Versorgung bei der Behandlung nach einem Herz Kreislauf Stillstand bestätigt. Ziel eines Cardiac Arrest Centers ist es, durch klare Behandlungsstandards, moderne Technik und eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche die Überlebens und Genesungschancen der Betroffenen deutlich zu verbessern.

Breites interdisziplinäres Leistungsspektrum

Die Behandlung von Patientinnen und Patienten nach einem Herz Kreislauf Stillstand erfordert ein eng abgestimmtes Zusammenspiel vieler medizinischer Disziplinen. Am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum arbeiten dafür insbesondere die Kardiologie mit interventionellen Verfahren im Herzkatheterlabor und intensivmedizinischer kardiologischer Betreuung, die Innere Medizin, Nephrologie, Neurologie, Unfallchirurgie, Anästhesiologie, Intensivmedizin sowie die Zentrale Notaufnahme eng zusammen.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere kontinuierlichen Verbesserungen und vor allem die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachabteilungen sowie mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege durch diese Zertifizierung anerkannt wurden“, sagt Norbert Bayer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Nephrologie.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist außerdem die enge Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst des Kreises Kleve. Bereits vor dem Eintreffen im Krankenhaus werden wichtige Maßnahmen eingeleitet, um die weitere Behandlung optimal vorzubereiten. Gemeinsame Simulationstrainings und interdisziplinäre Fallbesprechungen mit dem Rettungsdienst tragen dazu bei, Abläufe regelmäßig zu überprüfen und die Versorgungsqualität kontinuierlich zu verbessern.

Moderne Technik und überregionale Kooperationen

Die Notfallversorgung am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum entspricht dem aktuellen Stand der Medizin. Im Herzkatheterlabor werden moderne interventionelle Verfahren eingesetzt. Auch die Intensivstation verfügt über eine hochmoderne Ausstattung für die differenzierte Behandlung nach einer Reanimation.

Alle technischen Voraussetzungen zur Behandlung eines Herz Kreislauf Stillstands sind vorhanden. Seit 2025 steht zusätzlich ein ECMO System zur Verfügung. Die extrakorporale Membranoxygenierung kann in besonders kritischen Situationen vorübergehend die Funktion von Herz und Lunge unterstützen.

Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf im Bereich der Kunstherztherapie und Transplantationsmedizin. Auch mit der Radboud Universitätsklinik Nijmegen arbeitet das Klinikum zusammen, zum Beispiel bei komplexen neurologischen Ursachen eines Herz Kreislauf Stillstands wie Hirnblutungen. Dadurch ist auch bei besonders schwierigen Krankheitsverläufen eine nahtlose Weiterbehandlung möglich.

Qualitätsmanagement als wichtiger Bestandteil

Ein zentraler Bestandteil des Cardiac Arrest Centers ist ein strukturiertes Qualitätsmanagement. Die Abteilung Qualitätsmanagement begleitet die Sicherung und Weiterentwicklung der Behandlungsstandards, organisiert Qualitätszirkel und hat die Vorbereitung der Zertifizierung maßgeblich unterstützt.

Zur kontinuierlichen Qualitätssicherung werden wichtige Patientendaten anonymisiert in das Deutsche Reanimationsregister übermittelt. Erfasst wird der gesamte Ablauf von der Alarmierung der Leitstelle über die präklinische und innerklinische Versorgung bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus und darüber hinaus. Dies gilt sowohl für außerklinische als auch für innerklinische Reanimationen.

Das Register ermöglicht außerdem einen deutschlandweiten Vergleich mit anderen zertifizierten Zentren. Dadurch kann die eigene Behandlungsqualität transparent überprüft und kontinuierlich weiter verbessert werden.

Sadık Taştan, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, betont:„Die Zertifizierung als Cardiac Arrest Center ist eine wichtige Entwicklung für unser Klinikum. Sie bestätigt die hohe fachliche Kompetenz unserer Teams und die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit aller beteiligten Fachbereiche sowie mit dem Rettungsdienst. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten in hochkritischen Situationen die bestmöglichen Überlebens und Genesungschancen zu bieten. Dabei orientieren wir uns konsequent am neuesten Stand von Medizin und Technik.“

Vordere Reihe, v.l.n.r.: Dr. med. Ronald Jelinski (Leiter ZNA), KKLE Geschäftsführer Sadık Taştan, Jürgen Baetzen (Betriebsleiter Rettungsdienst Kreis Kleve), KKLE Geschäftsführerin Dr. Sabine Kisselbach, Dr. med. Norbert Bayer (Chefarzt Kardiologie) und Rima Kashar (Oberärztin) Mittlere Reihe, v.l.n.r.: Svenja Görtz (Leiterin Qualitätsmanagement KKLE), Sarah Bering (Bereichsleitung Intensivstation), doctor-medic Ali Najdawi (Ltd. Oberarzt), Dr. med. Valerie Ackers (Leiterin des CAC), Dragos Gurita (Oberarzt), Sofia Chatzisavvidou-Petrov (Ltd. Oberärztin), Bernard Alijaj (Pflegerische Leitung ZNA) Hintere Reihe, v.l.n.r.: Dr. med. Richard Bingel (Chefarzt Anästhesie), Dr. med. Michael Matthes (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Kreis Kleve), Stefan Hartmann (Leiter Kreisleitstelle), Georg Lenz (Pflegedienstleitung KKLE) Foto: KKLE/Marc Albers