„Was ich dir noch sagen wollte“: Letzte Wünsche von Angehörigen wurden dem Rhein übergeben
„Was ich dir noch sagen wollte“: Letzte Wünsche von Angehörigen wurden dem Rhein übergeben

Umspült von Pfingstrosen, treibt die Seeurne auf das Wasser hinaus und versinkt schließlich in den Fluten des Rheins. In dem Gefäß befinden sich Briefe und Wünsche, die Angehörige den Patientinnen und Patienten des Ambulanten Hospizdienstes Donsbrüggen geschrieben haben. Nun wurden diese Wünsche dem Fluss übergeben – in der Hoffnung, dass sie Gehör finden.

Die Briefe wurden im März 2026 anlässlich eines Gedenkgottesdienstes in der St.-Lambertus-Kirche in Donsbrüggen geschrieben. In der feierlichen Stunde gedachten Familienmitglieder und Freunde ihrer Angehörigen, die im vergangenen Jahr vom Ambulanten Hospizdienst begleitet wurden. Unter dem Motto „Was ich dir noch sagen wollte“ hatten sie die Möglichkeit, alles aufzuschreiben, was ihnen auf der Seele lag, oder ihren Angehörigen Wünsche mit auf den letzten Weg zu geben.

Gabriele Stober, Jennifer Welles und Elke Klösters (v.l.) vom Ambulanten Hospizdienst Donsbrüggen haben eine Seeurne mit Briefen von Angehörigen im Rhein versenkt (Foto: KKLE).

Briefe im Rhein bei Kalkar-Grieth versenkt

Ende Juni trafen sich Gabriele Stober, Jennifer Welles und Elke Klösters vom Ambulanten Hospizdienst Donsbrüggen am Rhein in Kalkar-Grieth. Mit im Gepäck hatten sie eine Seeurne, in der sich die Briefe und Wünsche befanden. Die Urne ist ein speziell für Seebestattungen hergestelltes Gefäß aus Zellulose, das im Wasser versinkt und sich innerhalb weniger Tage vollständig auflöst. Nur wenige Sekunden, nachdem sie die Urne dem Rhein überlassen hatten, schwamm diese den Fluss hinunter und nahm die Briefe mit auf ihren Weg.

„Wenn ein Leben zu Ende geht, bleiben manchmal Dinge ungesagt. Und das kann die Hinterbliebenen im Nachhinein stark beschäftigen“, sagt Jennifer Welles, Koordinatorin beim Ambulanten Hospizdienst. „Viele Angehörige haben sich deshalb sehr über die Möglichkeit gefreut, ihre Gedanken und Wünsche auf Papier zu bringen. Mit dem symbolischen Akt, diese Briefe dem Wasser zu überlassen, möchten wir diesen Wünschen nun auf den Weg helfen."