EndoCert-Siegel bestätigt Qualität
Katholisches Karl-Leisner-Klinikum: Schulterzentrum für hohe Patientensicherheit und Versorgungsqualität zertifiziert
(24.06.2026) Das Schulterzentrum der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums wurde von der Initiative EndoCert der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) zertifiziert. Mit dem Siegel bestätigt EndoCert die herausragende Struktur- und Prozessqualität sowie die hohe Patientensicherheit und Versorgungsqualität des Zentrums. Das Schulterzentrum ist Teil des Endoprothetikzentrums der Klinik, in dem auch Knie- und Hüftgelenke operiert werden. Für diese beiden Gelenke ist das Endoprothetikzentrum bereits seit 2015 zertifiziert.
„Grundlage für die Zertifizierung sind neben der nachweislich hohen Versorgungsqualität vor allem die Fallzahlen“, erklärt Dr. Thomas Bertrams, Leiter des Endoprothetikzentrums und Leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Pro Jahr müssen mindestens 25 Patientinnen und Patienten elektiv mit Implantation einer Schulterendoprothese im Schulterzentrum behandelt werden. Mit im Durchschnitt mehr als 60 entsprechenden Operationen pro Jahr liegen wir deutlich über dieser geforderten Marke.“
Nachweisbare Qualität und Bündelung der Expertise
Zentrale Kriterien für das EndoCert-Siegel sind, dass die Behandlungsergebnisse einsehbar, objektiv überprüfbar und lückenlos nachverfolgbar sind. Zudem muss die medizinische Qualität jährlich in einem Audit nachgewiesen werden. Alle drei Jahre steht dann eine vollständige Rezertifizierung an.
Diese nachweisbare Qualität sichert das zertifizierte Schulterzentrum unter anderem durch die enge Bündelung der Expertise seiner spezialisierten Fachärzte. Mit Dr. Thomas Bertrams und Christian Philipps (Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie) betreuen zwei erfahrene Hauptoperateure für das Schultergelenk die Patientinnen und Patienten. Die beiden Schulterspezialisten besitzen langjährige Erfahrung und Expertise in der Endoprothetik sowie in der minimalinvasiven, arthroskopischen Chirurgie. Zudem stellt das Zentrum klare, standardisierte Behandlungspfade bereit, die den Ablauf vor, während und nach der Behandlung für Patientinnen und Patienten transparent und sicher beschreiben.
Steigende Fallzahlen beim Einsatz künstlicher Schultergelenke
Mehr als die Hälfte der Über-50-Jährigen in Deutschland ist von Arthrose an mindestens einem Gelenk betroffen. Der Gelenkverschleiß schränkt die Betroffenen in ihrer Mobilität massiv ein und führt zu starken Schmerzen. In der Erstbehandlung setzen Orthopäden in der Regel konservative Methoden wie Medikamente oder Physiotherapie ein. Sind diese Optionen jedoch erschöpft, bietet ein künstliches Gelenk die Chance auf eine nachhaltige Schmerzlinderung, Verbesserung der Beweglichkeit und damit die Wiederherstellung der Lebensqualität.
„Medizin und Wissenschaft haben in den vergangenen Jahren große Fortschritte auf diesem Gebiet erzielt. Allein in Deutschland werden jährlich circa 20.000 bis 30.000 künstliche Schultergelenke eingesetzt“, erklärt Dr. Thomas Bertrams. Die Fallzahlen haben dabei in den letzten Jahren stetig zugenommen. Häufigste Gründe für den Einsatz einer Schulterprothese sind Omarthrose (fortschreitender Verschleiß des Schultergelenks, ca. 44 Prozent) und Frakturen im Schulterbereich (ca. 42 Prozent).
Schonende Eingriffe durch arthroskopische Chirurgie
„Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers und besonders anfällig für Instabilitäten, Verletzungen und Verschleiß“ sagt Prof. Dr. Sebastian Gehrmann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Im Schulterzentrum setzen wir deshalb verstärkt auf arthroskopische Chirurgie. Diese minimalinvasiven Verfahren ermöglichen eine besonders schonende und präzise Behandlung.“ Mithilfe dieser „Schlüssellochchirurgie“ können die Ärzte über kleinste Hautschnitte Diagnostik und Therapie mit minimaler Gewebebelastung durchführen. In der Regel bedeutet dies eine schnellere Heilung und weniger postoperative Schmerzen.
Das arthroskopische Behandlungsspektrum des Schulterzentrums umfasst:
- Rotatorenmanschetten-Rekonstruktion: Arthroskopische Naht bei Sehnenrissen und Verletzungen (wie der SSS-Naht/Supraspinatussehne)
- Schulterstabilisierung: Operative Hilfe bei chronischen Instabilitäten oder nach Schulterluxationen (z. B. Bankart-Läsion)
- Therapie des AC-Gelenks: Behandlung von Instabilitäten und Arthrose des Schultereckgelenks (ACG)
- Bizepssehnen-Eingriffe: Versorgung von Erkrankungen und Rissen der langen Bizepssehne
- Erweiterungen und Entlastungen: Behandlung des schmerzhaften Schulter-Impingement-Syndroms durch subakromiale Dekompression (SAD) sowie die gezielte Therapie der Kalkschulter (Tendinosis calcarea) und der Schultersteife (Frozen Shoulder)
Moderne Endoprothetik und komplexe Unfallchirurgie
Bei einem zu weit fortgeschrittenen Gelenkverschleiß oder einer schweren Verletzung hilft die hochmoderne Endoprothetik. Dabei wird ein neues Schultergelenk eingesetzt. Das Spektrum reicht hier vom minimalinvasiven Oberflächenersatz, auch Kappenprothesen genannt, über anatomische Totalendoprothesen bis hin zu inversen, also umgekehrten, Schulterprothesen. Letztere erzielen insbesondere bei gleichzeitigen Defekten der Rotatorenmanschette hervorragende funktionelle Ergebnisse.
Als Teil einer leistungsstarken unfallchirurgischen Klinik ist das Schulterzentrum zudem auf die Versorgung von schweren Trümmerbrüchen des Schultergelenks und des Oberarms spezialisiert. Mithilfe moderner winkelstabiler Plattensysteme und Nagelsysteme (Osteosynthese) wird die anatomische Struktur des Knochens wiederhergestellt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt außerdem in der schnellen und routinierten Versorgung von periprothetischen Frakturen, also von Knochenbrüchen in der direkten Umgebung einer bereits vorhandenen Schulterprothese.