Katholisches Karl-Leisner-Klinikum
„Höhere Überlebenschance für Patienten“: Darmkrebszentrum feiert offizielle DKG-Zertifizierung
(05.08.2026) Im Rahmen einer internen Feierstunde hat das Wilhelm-Anton-Hospital in Goch die DKG-Zertifizierung seines Darmkrebszentrums gewürdigt. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Medizin, Pflege und Therapie blickten Zentrumsleiter Dr. Frank P. Müller und Sadık Taştan, Geschäftsführer der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE), auf den erfolgreichen Zertifizierungsprozess zurück. Das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft, das bereits vorliegt, gilt deutschlandweit als höchste Anerkennung in der Onkologie.
Dank an die Belegschaft: Qualität entsteht jeden Tag neu
In seiner Ansprache vor den Mitarbeitenden ordnete der Leiter des Zentrums, Chefarzt Dr. Frank P. Müller, die Auszeichnung fachlich und menschlich ein. „Eine Zertifizierung für ein Darmkrebszentrum ist das, was ein Michelin-Stern für die Spitzengastronomie ist. Man bekommt sie nicht verliehen, man muss sie sich jeden Tag aufs Neue verdienen“, sagte der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.
Im Rahmen der Feier stellte Dr. Müller insbesondere den Einsatz der Belegschaft heraus: „Wir feiern heute den Erfolg von Menschen, die über Jahre hinweg bereit waren, zusätzliche Wege zu gehen und höchste Ansprüche an die eigene Arbeit zu stellen. Eine Zertifizierung hängt von den Menschen ab, die sie mit Leben füllen. Sie sind das schlagende Herz unseres Zentrums.“ Die Auszeichnung bedeute jedoch kein Verharren, sondern die Verpflichtung, Qualität jeden Morgen mit Sorgfalt und Leidenschaft neu zu leben.
Ein Leuchtturm für die regionale medizinische Versorgung
„Die DKG-Zertifizierung unseres Darmkrebszentrums unterstreicht eindrucksvoll den hohen Anspruch, den wir an die medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region stellen“, betonte Sadık Taştan, Geschäftsführer der KKLE. „Das Zentrum ist ein starkes Aushängeschild und ein echter Leuchtturm für unser gesamtes Klinikum. Es beweist: Spitzenmedizin ist nicht den Großstädten vorbehalten. Sie findet durch gezielte Bündelung von Expertise und exzellente Qualität direkt bei den Menschen vor Ort statt.“
Als einziges zertifiziertes Darmkrebszentrum im gesamten Kreis Kleve schließt die Einrichtung in Goch eine zentrale Versorgungslücke. Am Wilhelm-Anton-Hospital sind sämtliche Fachdisziplinen – von der Viszeralchirurgie über Gastroenterologie, Onkologie und Radiologie bis hin zur Strahlentherapie – direkt vor Ort vereint. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das, dass die Krebstherapie lückenlos an einem einzigen Standort erfolgt, ohne dass sie langwierige Wege in Ballungszentren auf sich nehmen müssen. Eine solche Konzentration aller benötigten Fachabteilungen ist für eine ländliche Region bundesweit einmalig.
Höhere Überlebenschancen in einem Zentrum
Aktuelle Daten belegen, dass die Überlebenschancen von Krebspatienten in zertifizierten Darmkrebszentren höher sind als bei der Behandlung in nicht-zertifizierten Standorten. Dennoch werden derzeit weniger als die Hälfte aller Darmkrebspatienten in spezialisierten Zentren behandelt. Während Brustkrebserkrankungen in Deutschland dank flächendeckender Zentrenstrukturen bereits zu rund 89 Prozent in zertifizierten Zentren therapiert werden, liegt dieser Wert bei Dick- und Enddarmkrebs laut AOK-Daten bundesweit erst bei rund 46 Prozent. Grund dafür ist, dass die gesundheitspolitische Zentralisierung bei Darmkrebs – angetrieben durch Mindestmengenregelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) – erst verspätet eingesetzt hat. Zudem erfordern akute chirurgische Notfälle weiterhin eine flächendeckende Versorgung.
Das Darmkrebszentrum Goch ist für diesen fortschreitenden Trend der Spezialisierung bestens gerüstet. Es betreut jährlich etwa 100 Neuerkrankungen, die Tendenz ist steigend. Durch die Bündelung interdisziplinärer Tumorkonferenzen, moderner radikaler Tumorchirurgie sowie begleitender Psychoonkologie und Pflege setzt das Zentrum Maßstäbe für die Zukunft der ländlichen Versorgungslandschaft.