Chefarzt Dr. Ufuk Gündug gibt hilfreiche Tipps
Wespenstich – und jetzt?

(23.08.2018) Eine unachtsame Bewegung und schon ist es passiert. Wespen stechen ohne Vorwarnung und im Moment – so ist der Eindruck – mehr als sonst. Wespenstiche sind ausgesprochen unangenehm: Der Stich schmerzt, es folgt heftiger Juckreiz. Gefährlich sind sie aber lediglich für Allergiker. In den meisten Fällen helfen einfache Hausmittel.

Ein Wespenstich ist unangenehm aber meist ungefährlich.

Dr. Ufuk Gündug, Chefarzt der Klinik für Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Diabetologie, Hypertensiologie und Infektiologie am St.-Antonius-Hospital Kleve, gibt hilfreiche Tipps.

Gestochen – und jetzt?

Vor allem: Ruhe bewahren. Wer nicht unter einer Allergie leidet, kann Wespenstiche mit einfachen Hausmitteln behandeln. Schwellung und Schmerzen lassen sich damit eindämmen. Kommt es kurz nach dem Stich aber zu Schock, Atemnot, Herzrasen oder Kreislaufbeschwerden, dann gilt: Gehen Sie sofort zum Arzt!

Wie merke ich, dass ich allergisch bin?

Eine allergische Reaktion tritt innerhalb der ersten halben Stunde nach dem Stich auf. Typische Symptome einer Wespenallergie sind Quaddeln, starke Schwellungen an der Stichstelle, Schnupfen, Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich, Übelkeit, Atemnot, Herzrasen und Kreislaufbeschwerden. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem anaphylaktischen Schock mit Blutdruckabfall, Ohnmacht und Kreislaufkollaps. Dann muss sofort der Notarzt unter 112 gerufen werden.

Kann man sich als Allergiker vorbereiten?

Wenn eine Allergie bekannt ist, sollten Betroffene ein Notfallset bei sich tragen: Es enthält üblicherweise drei Medikamente: eine Adrenalinspritze, ein Antihistaminikum zur Bekämpfung der allergischen Reaktion und Cortison, das abschwellend wirkt und die Immunreaktion sofort dämpft. Wichtig: Man sollte sich im Vorfeld unbedingt vom Arzt erklären lassen, wie man die Medikamente benutzt.

Dr. Ufuk Gündug

Hausmittel: Was hilft wirklich?

Kühlen ist immer gut. Und wer weder Kühlpad noch Salbe zur Hand hat, reibt die betroffene Hautstelle einfach mit Spucke ein. Der Speichel – am besten mit Zucker gemischt – neutralisiert das Gift und lindert Schmerzen und Schwellung. Ein kalter Essigumschlag hilft zweifach: Er kühlt die Stichstelle und die Säure neutralisiert das Wespengift. Auch Zwiebeln und Zitronen sind bewährte Hausmittel. Ihr Saft wirkt entzündungshemmend. Spezielle Stichheiler aus der Apotheke, die das Gift kurz nach dem Stich durch Hitze bekämpfen, sind ebenfalls wirksam.

Sollte man Gift und Stachel entfernen?

Man sollte das Gift der Wespe nicht mit dem Mund aus der Stichstelle saugen – so kann es sich über die Schleimhäute im Körper verteilen. Dafür nimmt man besser Saugstempel oder Giftpumpen aus der Apotheke. Das sind kleine Geräte, die das Gift direkt aus der Wunde ziehen. Weil Wespen mehrfach stechen können, bleibt ihr Stachel in der Regel nicht in der Haut stecken. Bleibt ein Stachel zurück, hat mit großer Sicherheit eine Biene zugestochen. Der Stachel sollte mit einer Pinzette herausgezogen werden, damit kein Gift mehr in die Einstichstelle gelangt.