Klinikum stärkt interdisziplinäre Zusammenarbeit
Thoraxchirurgie wird Teil der Allgemein- und Visceralchirurgie

(30.12.2020) Aus zwei mach eins: Das Katholische Karl-Leisner-Klinikum integriert die Klinik für Thoraxchirurgie zum 1. Januar 2021 in die Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie. Ein folgerichtiger Schritt: „Wir werden die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Wilhelm-Anton-Hospital weiter stärken“; so Sascha Sartor, Geschäftsführer des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. „Wir bieten unseren Patienten damit weiterhin eine wohnortnahe Versorgung auf hohem Niveau – eine verlässliche und nahtlos funktionierende Diagnose- und Therapiekette.“

Dr. Frank P. Müller.

Die Thoraxchirurgie versorgt im Wilhelm-Anton-Hospital Patienten, die an Erkrankungen im Bereich des Brustkorbs (Lunge, Zwerchfell, Rippenfell, Mediastinum) leiden oder in dieser Körperregion Verletzungen erlitten haben. Das Behandlungsspektrum umfasst die Chirurgie an der Trachea (Teil der Atemwege) und Brustwand, die Entfernung von Teilen der Lunge und des Rippenfells aufgrund von Tumorerkrankungen, Eingriffe nach Entzündungen sowie Operationen, die infolge von Deformitäten der Brustwand erforderlich sind.

„Ein Schwerpunkt ist die Operation onkologischer Erkrankungen, vor allem von Lungenkarzinomen“, erläutert Dr. Frank P. Müller, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie. Alle erforderlichen Eingriffe – von der atypischen Lungenteilresektion über Lobektomien, Manschettenresektionen der Lungen bis zur anatomischen Segmentresektionen – können im Wilhelm-Anton-Hospital durchgeführt werden. „Wir operieren, wenn möglich, videoassistiert mit minimal-invasiven Techniken und ermöglichen unseren Patienten damit eine schnelle Genesung“, so Müller.

Die Expertise der Thoraxchirurgie ist wichtiger Bestandteil des interdisziplinären onkologischen Zentrums des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. Das zertifizierte Zentrum garantiert eine hochwertige und qualitätsgesicherte Versorgung von Krebspatienten im Klinikum. Nur 48 dieser Zentren gibt es aktuell in ganz Deutschland.

Im Wilhelm-Anton-Hospital profitieren Patienten vor allem von der exzellenten Zusammenarbeit der Chirurgie mit der Klinik für Onkologie, der Klinik für Pneumologie und dem Institut für Strahlenmedizin. „Wir behandeln Patienten mit Lungentumoren auf universitärem Niveau“, so Dr. Frank P. Müller. Ausgangspunkt ist dabei immer die interdisziplinäre Tumorkonferenz: Die Vertreter der verschiedenen Fachbereiche bringen ihre Expertise ein, erarbeiten Behandlungsrichtlinien und geben Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge jedes einzelnen Tumorpatienten.

Dr. Rainer Ackermann.

Das Team der Thoraxchirurgie im Wilhelm-Anton-Hospital ist so leistungsfähig wie erfahren: Drei Fachärzte für Thoraxchirurgie versorgen jährlich mehr als 500 stationäre und ambulante Patienten, die volle Weiterbildungsermächtigung (48 Monate) zum Facharzt für Thoraxchirurgie unterstreicht die Qualität von Versorgung und Ausbildung. Als leitender Arzt wird Dr. Rainer Ackermann künftig die Thoraxchirurgie führen. Ihm zur Seite stehen als Fach- und Oberärzte Dr. Anette Beck-Richter, Jasper van Aken und Iliya Popharitov. Ackermann übernimmt die Leitung von Dr. Andre Stobernack, der seine Chefarzttätigkeit im Wilhelm-Anton-Hospital Ende 2020 beendet.

„Dr. Stobernack hat in unserem Klinikum den Grundstein der Thoraxchirurgie gelegt und die Versorgungsmöglichkeiten kontinuierlich ausgebaut“, so Geschäftsführer Sascha Sartor. „Ein großes Anliegen war und ist ihm die fachliche Ausbildung seiner Kollegen. Er hat selbst dafür gesorgt, dass sein Abschied keine große Lücke reißen wird. Dafür gebührt ihm unser größter Respekt und Dank.“