Mehr als 800 Schlaganfall-Patienten pro Jahr – Tendenz steigend
Stroke Unit im Marienhospital erweitert

(11.12.2019) Mehr als 800 Schlaganfall-Patienten betreut die Stroke Unit des Marienhospitals pro Jahr, die Tendenz ist steigend. Das Kevelaerer Krankenhaus erweitert deshalb die Behandlungsmöglichkeiten für den häufigsten neurologischen Notfall: Sechs moderne Behandlungsplätze stehen Chefarzt Dr. Klaus-Dieter Willenborg und seinem Team zur Behandlung von Schlaganfallpatienten nun zur Verfügung.

„Das Marienhospital hat sich im Südkreis Kleve als Fixpunkt der stationären neurologischen Versorgung etabliert“, so Thomas Peters, Regionaldirektor des Marienhospitals Kevelaer. „Wir versorgen pro Jahr mehr als 2.500 neurologische Patienten. Die Stroke Unit ist für die Patienten der Region von großer Bedeutung.“

Auf die Behandlung von Schlaganfall-Patienten spezialisiert

Stroke Units (Schlaganfall-Einheiten) sind auf die Behandlung von Schlaganfall-Patienten spezialisiert. Alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen haben dabei vor allem ein Ziel: Die Ursache eines Schlaganfalls möglichst schnell zu bestimmen, um rasch eine individuelle und effektive Therapie einleiten zu können. Denn: „Die ersten Minuten, Stunden und Tage sind entscheidend“, so Dr. Klaus-Dieter Willenborg, Chefarzt der Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie am Marienhospital in Kevelaer.

Die Ursachen eines Schlaganfalls sind entweder eine Blutung oder ein Gefäßverschluss im Gehirn. Aber: Nicht jeder Anfall wird sofort erkannt. „Das ist für die Patienten fatal“, so Willenborg. „Sprachstörungen, halbseitige Taubheit, Gleichgewichtsstörungen oder plötzliche Sehstörungen sind klare Indizien.“

Zur Behandlung von Schlaganfallpatienten arbeitet im Marienhospital ein erfahrenes Team interdisziplinär zusammen: Mediziner, Pflegekräfte und Therapeuten. Um den nahtlosen Übergang der Patienten in die ambulante Nachsorge kümmern sich als Kooperationspartner vor allem die Logopädische Praxis Bexte & van Baal und die Praxis für Ergotherapie Georg Arts. „Die Erweiterung der Stroke Unit bedeutet auch für sie einen deutlichen Mehraufwand“, so Chefarzt Dr. Klaus-Dieter Willenborg (3.v.l). „Wir arbeiten alle Hand in Hand, um eine hochqualifizierte Versorgung der Schlaganfallpatienten im Kreis Kleve zu sichern.“

Individuelles Behandlungskonzept erhöht Genesungschancen

Im Marienhospital arbeitet ein erfahrenes Mediziner-Team – Neurologen, Kardiologen, Angiologen, Gefäßchirurgen, Intensivmediziner und Radiologen – interdisziplinär zusammen. Mit einem individuellen Behandlungskonzept erhöhen die Schlaganfall-Experten die Chancen jedes Patienten, einen Hirnschlag zu überleben und möglichst keine bleibenden und alltagsrelevanten Schäden davonzutragen. Moderne Diagnostik – vom hochkomplizierten Spezial-CT oder MRT bis zur einfachen Blutgasanalyse – hilft bei der Bewertung und Behandlung. Die sechs Behandlungsplätze – zuletzt waren es vier – überwachen die wichtigen Vital-Funktionen der Patienten – Blutdruck, Sauerstoffgehalt im Blut, Atemfrequenz und EKG. Alle Werte werden rund um die Uhr in die Kommandozentralen von ärztlichem Dienst und Pflege übertragen. „So können wir im Notfall sofort reagieren“, betont Willenborg.

Als akute Schlaganfall-Therapien kommen im Marienhospital vor allem die Lysetherapie (medikamentöse Auflösung eines Blutgerinnsels), die Thrombektomie (Katheter-gesteuerte Entfernung eines Blutgerinnsels) und verschiedene gefäßchirurgisch-angiologisch operative oder Stent-gestützte Verfahren zum Einsatz. Vor allem die Lysetherapie und die Thrombektomie müssen binnen kürzester Zeit eingesetzt werden. „Sonst überwiegen die Risiken den Nutzen“, fasst Willenborg kurz zusammen.

Das Risiko eines erneuten Schlaganfalls reduzieren

Schlaganfall-Patienten bleiben in der Regel einige Tage im Krankenhaus. Nach der Erstbehandlung ist eine frühe Mobilisation und Rehabilitation wichtig. Physio- und Ergotherapeuten, Neuropsychologen und Logopäden sind deshalb auch im Marienhospital laufend im Einsatz. Sie alle arbeiten Hand in Hand, um Folgeschäden zu minimieren. Viele neurologische Untersuchungen spannen parallel dazu ein engmaschiges Netz um jeden individuellen Schlaganfall. „Je genauer wir die Ursachen kennen, desto besser können wir das Risiko eines erneuten Schlaganfalls reduzieren“, so Willenborg.