Krankenpflegeassistenten unterstützen die Arbeit „auf Station“
Mit ganzem Herzen bei der Sache

(03.12.2018) Ellen Tenhaef hat ihr Leben lang im kaufmännischen Bereich gearbeitet – bis ihre Mutter schwer erkrankte. Fortan kümmerte sie sich rund um die Uhr und eignete sich beim Blick über die Schulter der häuslichen Krankenpflege vieles selbst an. Nach dem Tod der Mutter stand für sie fest: „Ich möchte das beruflich machen.“

Ellen Tenhaef: "Man bekommt von den Patienten viel zurück."

Sie absolvierte eine einjährige Ausbildung zur Pflegeassistentin und arbeitet seit März 2018 im St.-Antonius-Hospital. „Es war die beste Entscheidung“, sagt sie. 30 Stunden pro Woche sieht der Dienstplan von Station 3B für die 52-jährige vor. Frühschicht, Spätschicht… manchmal werden es auch ein paar Stunden mehr. „Ich freue mich jeden Tag auf meinen Dienst“, betont sie. Und ihre Augen leuchten. Man merkt schnell: Sie ist mit ganzem Herzen bei der Sache.

Die Ausbildung der Pflegeassistenten – an der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (BAG) in Kleve seit 2016 möglich – dauert nur ein Jahr, examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger lernen drei Jahre. Die Assistenten ergänzen die Pflegeteams, unterstützen Patienten und Hilfebedürftige. Für Ellen Tenhaef bedeutet das vor allem: „Helfen und Zeit haben“. Mit viel Empathie kümmert sie sich um Patienten, fragt nach Wünschen und Nöten. Sie hilft im Team bei Pflegetätigkeiten wie Verbandswechseln und beim Lagern. „Man bekommt von den Patienten viel zurück“, erzählt sie. „Die Dankbarkeit ist riesengroß.“

Dass sie jenseits der 50 noch einmal einen Neustart gewagt hat, erfordert Mut. Das weiß sie. „Ich bin nicht mehr die Jüngste“, sagt Ellen Tenhaef und ergänzt fast trotzig: „Aber ich bin sehr offen. Und ich möchte helfen.“ Bei ihren Kolleginnen und Kollegen im St.-Antonius-Hospital ist die Pflegeassistentin herzlich willkommen. Denn: Alle profitieren von ihrer Arbeit, examinierte Pflegekräfte werden entlastet. Anspannung und Stress sind im Krankenhaus mitunter groß, das Klever St.-Antonius-Hospital ist da keine Ausnahme. „Aber im Team verstehen wir uns blind“, erzählt Ellen Tenhaef. „Das hilft sehr.“ Als Ausgleich zur fordernden Arbeit „auf Station“ kümmert sie sich um einen großen Garten und ist mit ihrem Hund viel im Wald unterwegs.

„Mit der einjährigen Ausbildung erreichen wir Interessenten, die wir bisher nicht erreicht haben“, berichtet Andrea Huisman, Leitung der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe. Ellen Tenhaef ist dafür das beste Beispiel. Nach bestandenem Examen stehen den Assistenten Arbeitsfelder in allen stationären, ambulanten oder häuslichen Bereichen offen - auch eine anschließende Ausbildung zum Gesundheits- und (Kinder)Krankenpfleger an der BAG ist möglich.

Die Ausbildung zur Pflegeassistenz startet wieder am 1. März 2019.

Weitere Informationen: www.kkle.de/bildungsakademie