Informationen und Praxistipps von Chefarzt Dr. Norbert Bayer
Herzkranke: Niemals der direkten Hitze aussetzen!

(30.07.2018) Die anhaltende Hitze belastet das Herz-Kreislauf-System: Das Herz muss mehr arbeiten, der Blutdruck sinkt. Bei Herzkranken kann der Körper diese Mehrbelastung oft nicht mehr schaffen: Deshalb ist es für sie besonders wichtig, dass sie sich körperlich schonen. In keinem Fall sollten sie sich der direkten Hitze aussetzen.

Hitze ist vor allem für Herzkranke eine Belastung

Weitere Informationen und Praxistipps von Dr. Norbert Bayer, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im St.-Antonius-Hospital Kleve und im Marienhospital Kevelaer:

  • Die Hitze führt zu vermehrtem Schwitzen, um den Körper zu kühlen. Dadurch kommt es u.a. zum Verlust von Elektrolyten. Herzrhythmusstörungen können dadurch auch bei Gesunden erstmalig auftreten oder verstärkt werden. Diese Herzrhythmusstörungen sind in der Regel aber gutartig.
  • Wenn man Blutdruckmedikamente einnimmt, ist bei der Hitzewelle die regelmäßige Selbstmessung des Blutdrucks besonders wichtig. Die Werte können durch die Hitze stärker sinken als gewohnt, es kann zum Auftreten von Schwindel kommen. Bei Problemen sollte der Arzt aufgesucht werden.
  • Treiben Sie Sport nur in den kühleren Stunden des Tages.
  • Besonders wichtig ist der Ausgleich des Flüssigkeits-Verlustes. Trinken Sie ausreichend, Mineralwasser ist am besten geeignet. Bei ausgeprägtem Schwitzen kann man zum Ausgleich des Salzverlustes auch eine Gemüsebrühe zu sich nehmen.
  • Bei Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, ist es besonders wichtig, dass sie sich in den heißen Tagen täglich wiegen. Ein Gewichtsanstieg kann darauf hindeuten, dass man zu viel Flüssigkeit getrunken und das Herz damit zusätzlich belastet hat. Ein Gewichtsverlust deutet auf Flüssigkeitsmangel hin, der ausgeglichen werden sollte.
  • Die Kleidung sollte locker und luftig am Körper anliegen, damit die Bildung von Verdunstungskälte durch Schwitzen gut funktioniert.
  • Patienten mit Durchblutungsstörungen des Herzens können durch die stärkere Herzbelastung auch Angina-pectoris-Beschwerden bekommen. Suchen Sie in solchen Fällen schnellstmöglich einen Kardiologen auf, der dann alle notwendigen Untersuchungen durchführt.