Flex-Pool Pflege ist ein Erfolgsmodell
„Besser hätte es für mich nicht kommen können“

(03.03.2021) Christina van Nahmen arbeitet wann sie will – im Flex-Pool Pflege des Klever St. Antonius-Hospitals. Für die alleinerziehende Mutter ist das innovative Arbeitszeitmodell ideal.

Flex-Pool Pflege: Für Christina van Nahmen ist das Angebot ideal.

Eine Freundin hatte sie auf das Angebot aufmerksam gemacht: „Christina, das ist doch was für dich!“ Christina van Nahmen, seit zehn Jahren examinierte Altenpflegerin, wollte zwanzig Monate nach der Geburt ihres Sohnes zurück in den Beruf – eine organisatorische Herausforderung für die alleinerziehende Mutter. Mit dem Flex-Pool Pflege des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums hat sie nun die perfekte Möglichkeit gefunden.

„Arbeiten, wann Sie wollen.“ Das Versprechen klingt fast zu schön um wahr zu sein. Mit einem in der Region bisher einzigartigem Modell ermöglicht das Katholische Karl-Leisner-Klinikum Mitarbeiter*innen in der Pflege seit Januar 2021 aber genau das.

Die Mitarbeiter*innen des „Flex Pools Pflege“ profitieren von größtmöglicher Flexibilität: Sie arbeiten so viel und wann sie möchten. Dabei können sie ihre Dienst- und Urlaubspläne selbst schreiben, wenn sie möchten für ein ganzes Jahr im Voraus. Mindestens 8 Stunden pro Woche müssen es sein, eine Schicht dabei nicht kürzer als 4 Stunden. Wer morgens von 8 bis 12 Uhr arbeiten möchte, arbeitet von 8 bis 12 Uhr. Wer keine Nachtschichten machen möchte, macht keine Nachtschichten.

Wer von Flexibilität profitiert, muss sie im Dienst auch selbst einbringen: Die Mitarbeiter*innen des „Flex Pools Pflege“ dürfen selbst entscheiden, wann sie arbeiten. Die Klinik legt fest, wo sie dies tun. Und zwar dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Auf Stationen, die Ausfälle kompensieren müssen. Die Bereitschaft zum flexiblen Einsatz wird mit einem Bonus belohnt, der bis zu 300 Euro monatlich betragen kann.

Eine klassische Win-Win-Situation: Der Arbeitgeber verfügt über ein stabiles Kontingent an Kräften, um Ausfälle auszugleichen und Spitzen abzudecken, der Arbeitnehmer kann Privatleben und Beruf perfekt unter einen Hut bringen.

Christina van Nahmen war direkt Feuer und Flamme – sie meldete sich bei Georg Lenz, Pflegedienstleiter des Klever St.-Antonius-Hospitals. Die beiden vereinbarten einen Tag Probearbeit, danach stand für die 32 Jahre alte Kleverin fest: „Das ist das Richtige für mich!“

Seit Anfang Januar gehört sie nun zum Team des Flex-Pools Pflege – 15 Mitarbeiter*innen hat das Klinikum bereits neu eingestellt. Und für Christina van Nahmen läuft es rund, wie man so sagt. Sie arbeitet 25 Stunden pro Woche, mehr geht und möchte sie nicht in ihrer familiären Situation. Am besten passt ihr der Spätdienst am Montag, Mittwoch und Freitag, wenn sie ihren Sohn versorgt weiß. Jeweils einmal monatlich schickt sie eine Mail mit den genauen Daten, an denen sie arbeiten möchte. Genau in diesen Zeiten wird sie dann auch eingesetzt.

Auf welcher Station sie beschäftigt sein wird, weiß sie dann noch nicht. Mit jedem Wechsel der Station muss Christina van Nahmen sich auf neue Kolleg*innen, neue Abläufe einstellen. Im Januar war es Station 3b, im Februar Station 1b. „Das ist natürlich fordernd, aber es macht mir Spaß. Und ich bin immer sehr freundlich aufgenommen worden“, berichtet sie. „Alle freuen sich. Alle wissen, dass die ganzen Teams profitieren.“ Dass die erfahrenen Kolleg*innen sie einarbeiten, versteht sich natürlich von selbst.

Christina van Nahmen ist überzeugt, dass das Angebot ein Volltreffer ist. Ideal ist für alle, die einerseits flexibel sind, andererseits aber auch etwas Planungssicherheit benötigen – wie Alleinerziehende. Sie selbst ist glücklich, den Schritt in den Flex-Pool gemacht zu haben: „Besser hätte es für mich nicht kommen können“, sagt sie. Dann hält sie kurz inne und präzisiert: „Besser hätte es für meinen Sohn und mich nicht kommen können.“

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