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Dr. Andre Stobernack hilft Menschen, die unkontrolliert stark schwitzen (Foto: Thomas Momsen / Katholisches Karl-Leisner-Klinikum).

Routineeingriff gegen unkontrolliertes Schwitzen

Wilhelm-Anton-Hospital: Dr. Andre Stobernack praktiziert die Sympathektomie


Goch / Kreis Kleve, 24. Mai 2017.

Das Schwitzen hat für den menschlichen Organismus eine lebenswichtige Funktion: Es dient der Regulation der Körpertemperatur und kühlt nicht nur die Haut, sondern auch das Innere des Körpers. Ein bis zwei Prozent der Menschen in Deutschland jedoch leiden unter Hyperhidrose. Ihr Körper produziert unkontrollierbar viel Schweiß - unabhängig von Wärme oder Kälte, Tages- oder Jahreszeit. Betroffene Körperregionen sind vor allem Achselhöhlen, Handflächen und Fußsohlen.

Vielen Betroffenen kann mit einem einfachen Eingriff, der sogenannten „Sympathektomie“, geholfen werden. Dieser Eingriff erfolgt minimalinvasiv mit endoskopischen Instrumenten über zwei 5 Millimeter lange Schnitte am Brustkorb. Im Brustraum werden ein oder mehrere Nervenganglien, die die Schweißdrüsen anregen, durchtrennt oder unterbrochen. Das dauert insgesamt etwa eine Stunde.

Dr. Andre Stobernack, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums, praktiziert die Sympathektomie als Routineeingriff im Gocher Wilhelm-Anton-Hospital. Er erläutert Beschwerden und Operation:

Warum schwitzen manche Menschen übermäßig?
Manche Menschen schwitzen besonders extrem in Situationen, die überhaupt keinen Anlass zu Schweißausbrüchen erkennen lassen. Dennoch rinnt ihnen der Schweiß nur so herab – häufig begleitet von penetranten Gerüchen. Viele Patienten kommen psychisch sehr belastet zu uns. Sie leiden unter Depressionen, sind isoliert. Betroffen sind vor allem Menschen im Alter von 20 bis 40 Jahren, mehr Frauen als Männer. Auslösende Ursachen können offensichtlich sein: Angst, Wärme, scharfes Essen oder körperliche Betätigung. Es gibt aber auch weniger offensichtliche Ursachen wie Medikamentenmissbrauch oder Stoffwechselerkrankungen. Mitunter spielen auch psychologische Gründe eine Rolle.

Für wen ist die Sympathektomie geeignet?
Die Sympathektomie im Brustkorb unterbricht die sogenannten „sympathischen Nervenfasern“, die für die Hyperhidrosis des Gesichtes, der Achselhöhle und der Handinnenflächen verantwortlich sind. Das hilft vor allem Patienten, bei denen konservative Therapiemaßnahmen wie Salben, Sprays, Strombehandlung oder Botox-Injektionen nicht anschlagen.

Wie ist die Erfolgsquote? Gibt es Risiken?
95 Prozent unserer Patienten können wir helfen, Komplikationen treten sehr selten auf. Manche Patienten klagen über ein sogenanntes „kompensatorisches Schwitzen“ an vorher nicht betroffenen Körperregionen. Und bei manchen schlägt die Operation schlicht nicht an. Im Vergleich mit anderen Behandlungsmethoden ist die Sympathektomie der klare Sieger. Symptomatische Behandlungsmethoden wie Cremes, Strombehandlung und Medikamente sind ohne Langzeiterfolg. Der Behandlungseffekt von Botox–Injektionen hält nur drei bis sechs Monate an und muss von den Patienten selbst bezahlt werden. Die Sympathektomie hingegen wird auf Antrag von den Krankenkassen getragen.

Was ist der Vorteil der minimalinvasiven Operation?
Minimalinvasive Eingriffe, sogenannte „Schlüsselloch-Operationen“, sind für die Patienten schonender und erhöhen den Komfort. Man erholt sich schneller und erzielt kosmetisch bessere Ergebnisse. Die Sympathektomie ist ein Routineeingriff: Wir bereiten unsere Patienten ambulant vor, sie kommen erst am Operationstag zur stationären Aufnahme und bleiben in der Regel nur drei bis vier Tage im Wilhelm-Anton-Hospital.

Christian Weßels
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